JG 17. Dezember 2010
Rücklagen werden über die Einbehaltung von versteuerten Gewinnen zum Zwecke der Selbstfinanzierung gebildet. Die Bildung von Rücklagen aus unversteuerten Gewinnen ist unter bestimmten Voraussetzungen gemäß § 6b EStG ebenfalls möglich.
Zu unterscheiden sind die stillen Rücklagen die nicht in der Bilanz ausgewiesen werden und die offenen Rücklagen die auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesen werden. Prinzipiell ist die Bildung von Rücklagen nicht an einen bestimmten Zweck gebunden. Die gebildeten Rücklagen eines Unternehmens wie der Unternehmergesellschaft gelten als Bestandteile des Eigenkapitals. Bei Kapitalgesellschaften werden Rücklagen als Kapitalrücklagen, Gewinnrücklagen oder sonstige Rücklagen gebildet.
Genossenschaften sind verpflichtet gesetzliche Rücklagen zum Ausgleich von etwaigen bilanzierten Verlusten einzustellen. Die Höhe und Art dieser Rücklagen ist gemäß § 7 GenG in der Satzung festzulegen. Diese gesetzlichen Rücklagen werden aus einem Teil des Jahresüberschusses gebildet. Rücklagen werden bei Personengesellschaften über die Bildung von variablen Eigenkapitalbestandteilen als Rücklagenkonten gebildet.
Eine Form von Rücklagen stellen ferner Neubewertungsrücklagen dar, die sich als Differenzbetrag aus den niedrigeren Anschaffungs- oder Herstellungskosten und der Neubewertung von Vermögensgegenständen im Rahmen einer Folgebewertung ergeben. Sogenannte Währungsrücklagen werden im Zuge der Konsolidierung ausländischer Tochtergesellschaften mit Fremdwährungsbezug gebildet.
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JG 14. Dezember 2010
Über Rechnungsabgrenzungsposten werden Aufwände und Erträge die periodenfremd anfallen vom aktuellen Bilanzstichtag abgegrenzt. Zu unterscheiden sind aktive und passive Rechnungsabgrenzungsposten. Als passive Rechnungsabgrenzungsposten fungieren Zahlungen, die in der aktuellen Rechnungsperiode eingehen, allerdings der kommenden Rechnungsperiode als Ertrag zuzurechnen sind.
Ein Beispiel für passive Rechnungsabgrenzungsposten stellen Mieteinkünfte dar, die im Berichtsjahr auf dem Geschäftskonto eines Unternehmens eingehen, sich aber auf einen Mietzeitraum im kommenden Jahr beziehen. Ferne stellen Vorauszahlungen von Kunden zum Bilanzstichtag passive Rechungsabgrenzungsposten dar, die eine Leistungsverbindlichkeit des Unternehmens gegenüber dem Kunden für das folgende Geschäftsjahr darstellen.
Für Rechnungsabgrenzungsposten besteht bilanziell eine Ansatzpflicht gemäß §§ 250, 252 HGB, für das Disagio besteht hingegen im Sinne von § 250 Abs. 3 HGB ein Aktivierungswahlrecht. Im Gegensatz zu Rückstellungen, die für Posten unbekannter Höhe geschätzt werden, werden Rechnungsabgrenzungsposten für konkrete Beträge angesetzt. Werden Rechnungsabgrenzung gebildet, stellen diese entweder Verbindlichkeiten oder Forderungen des Unternehmens dar.
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JG 1. Dezember 2010
Eine Organisationsstruktur stellt in ihrer Gesamtheit ein System von generellen Regelungen dar, die verschiedene Abläufe untereinander koordiniert. Im Rahmen einer Organisationsstruktur werden Zuständigkeiten auf verschiedenen Ebenen festgelegt und die Wechselbeziehungen zwischen den Organisationseinheiten auf die übergeordneten Ziele ausgerichtet. Die Schaffung einer Organisationsstruktur ist mit der Gliederung von Hierarchieebenen und deren Segmentierung nach Funktionen verbunden.
In Unternehmen werden Organisationsstrukturen in Form von Unternehmensstrukturen aufgebaut, die die Aufgaben und Kompetenzen der jeweiligen Abteilungen bestimmen. Für den effizienten und effektiven Betrieb eines Unternehmens im Sinne der Erfüllung von dem Unternehmenskonzept sind Organisationsstrukturen unerlässlich.
Unternehmensstrukturen schaffen einen groben Rahmen für die Aufgabenverteilung bzw. –erfüllung die durch detaillierte Planung und Führung unterstützt bzw. konkretisiert werden. Aus der Organisationsstruktur eines Unternehmens können sich Unternehmenskulturen entwickeln, bzw. diese beeinflusst werden. Fehlt eine Organisationsstruktur oder ist diese unzureichend umgesetzt, besteht die Gefahr einer ungenügenden Zielerreichung. Menschen stehen als Arbeitnehmer oder Unternehmer in der Verantwortung die Organisationsstrukturen einzuhalten bzw. diese positiv zu gestalten.
Tags: organisation, organisationsstruktur
JG 25. November 2010
Ein Nichtanwendungserlass ist ein durch das Bundesministerium der Finanzen veröffentlichter Erlass gegen die Finanzverwaltung der dieser verbietet die Grundsätze eines BGH Urteils auf vergleichbare Fälle in gleicher Art anzuwenden. Anwendung findet der Nichtanwendungserlass vorrangig bei Urteilen die den Steuerzahler begünstigen.
In Form eines Schreibens vom Bundesfinanzministerium wird der Nichtanwendungserlassim Rahmen dessen Selbstständigkeit im Bundessteuerblatt veröffentlicht. Kritik gegen den Nichtanwendungserlass wird vorrangig von der Steuerberater- und Richterschaft geübt, die eine Aushebelung der Finanzgerichtsbarkeit in dem Erlass sehen.
Von Seiten der Bundesregierung wird betont, dass die Gründe für den Erlass von Nichtanwendungserlassen auf dem Recht und der Pflicht die Allgemeingültigkeit von Rechtsurteilen zu prüfen beruhen und keine fiskalpolitischen Motive damit verfolgt werden.
Tags: nichtanwendungserlass
JG 8. November 2010
Die Kosten die für den Arbeitgeber zusätzlich zu den konkreten Lohnkosten in Form der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung anfallen und sonstige Kosten die der Arbeitgeber zusätzlich zu den Lohnkosten aufzubringen hat, stellen Lohnnebenkosten für den Arbeitgeber dar. Im Rahmen der innerbetrieblichen Kostenrechnung müssen diese Lohnnebenkosten erfasst werden um eine realistische Darstellung der Einnahmen- und Kostensituation zu ermöglichen.
Ein in der Realität vorherrschendes Begriffsverständnis der Lohnnebenkosten zählt zusätzlich zu den Arbeitgeber-Beiträgen zur Sozialversicherung auch den Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung zu den Lohnnebenkosten. Entstehende Kosten aus der Fortzahlung des Lohnes im Krankheitsfall , Urlaub und etwaig vertraglich bzw. tariflich definierten Zusatzleistungen wie Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld etc. können ebenfalls zu den Lohnnebenkosten gezählt werden. Welche Kosten mit der Beschäftigung von Arbeitnehmern auf einen Arbeitgeber zukommen und wie diese finanziert werden sollen, ist im Rahmen der Erstellung von einem Businessplan Existenzgründer im Finanzierungsplan zu berücksichtigen.
Mit den Lohnnebenkosten wird das Ziel verfolgt, der Notwendigkeit zur Versicherung sozialer Risiken Rechnung zu tragen. Durch die Nachfragewirksamkeit der Beiträge der Arbeitnehmer und Arbeitgeber zur Sozialversicherung wird über diese eine Belebung der Konjunktur, die mit einer Zunahme der Beschäftigung verbunden ist, realisiert. Im Falle der Senkung der Sozialleistungen durch die Senkung der Lohnnebenkosten kann das Sinken der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage die Folge sein.
Tags: lohnnebenkosten
JG 2. November 2010
In einem Kundenprofil werden alle geschäftlich relevanten Daten und Eigenschaften von einem Kunden beschrieben und gespeichert. Erfolgt eine Einteilung von Kunden nach Umsatz- oder Gewinnanteil wird diese ebenfalls im Kundenprofil aufgeführt.
Als Eigenschaften die im Kundenprofil vermerkt werden, kommen die gekauften Produktarten, das Kaufverhalten, die Kaufentscheidungsverfahren, persönliche Angaben, Zahlungsmoral, Kreditlimit und weitere Eigenschaften, die in der Regel über die Ausgabe von Kundenkarten im Rahmen des Payback-Systems generiert werden, in Frage. Die über Kundenprofile bessere Durchführung von Kundenbindungsaktionen stellt eine essenzielle Aufgabe bei der Umsetzung von dem Unternehmenskonzept dar.
Die Speicherung von dem Kundenprofil erfolgt über Datenverarbeitungssysteme und kann darüber für das Customer-Relationship-Management verwendet werden. Über die Nutzung von Kundenprofilen für Marketingmaßnahmen ist es möglich, individuelle Werbung die auf den Kunden zugeschnitten ist, zu schalten bzw. dem Kunden zukommen zu lassen.
Ferner wird die erfolgreiche Durchführung von Cross- und Up-Selling über detaillierte Kundenprofile möglich. Problematisch gestaltet sich bei der Erhebung von einem Kundenprofil die Wahrung des Datenschutzes.
Tags: kundenprofil
JG 28. Oktober 2010
Im Rahmen von einem Konzept werden Grundvorstellungen in Form von Skizzen oder Entwürfen als Sammlung von Leitgedanken beispielweise zu einer Geschäftsidee verfasst. Das auch als Konzeption bezeichnete Konzept stelle eine Zusammenfassung von Zielen und den daraus abgeleiteten Strategien und Maßnahmen zur Umsetzung eines bestimmten wirtschaftlichen Vorhabens dar.
Inhaltlich gestaltet sich ein Konzept aus Informationen, Zusammenhängen und teilweise auch aus Chancen-Risiko-Abwägungen die in einen Zeit- und Maßnahmenplan zur Ressourcenplanung integriert werden. Im Gegensatz zur Konzeption ist ein Konzept weniger umfassend und detailliert formuliert. Die Erstellung von einem Konzept bzw. der Konzeption erfolgt hinsichtlich der Umsetzung von einer Geschäftsidee als sogenannter Businessplan der vereinfachend aus einem Businessplan Muster erstellt werden kann.
Wichtig ist es ein Konzept im Zeitverlauf auf Aktualität und Relevanz hin zu prüfen um entsprechende Anpassungen an veränderte Gegebenheit zu ermöglichen. Die Kontrolle des Zielerreichungsgrades eines Vorhabens wird durch das Zugrundeliegen von einem Konzept aufgrund der Tatsache, dass alle Anspruchsgruppen eine einheitliche Informationsgrundlage erhalten, erheblich vereinbart.
Tags: konzept, konzeption
JG 25. Oktober 2010
Als Kapitalwert wird der Gesamtertrag der beispielsweise durch ein Investitionsobjekt zu einem bestimmten Zeitpunkt erzielt wird und auf diesen Zeitpunkt abgezinst wird, verstanden. Der Kapitalwert wird zur Beurteilung verschiedener Investitionsobjekte im Rahmen einer geplanten Investition berechnet und beispielsweise mit Hilfe der Kapitalwertmethode bestimmt.
Der Kapitalwert stellt die Summe aller auf einen Zeitpunkt 0 abgezinsten Zahlungen dar, die ab dem Zeitpunkt 0 anfallen. Voraussetzung zur Berechnung vom Kapitalwert ist die Verfügbarkeit möglichst genauer Informationen bzw. Daten zu den Ein- und Auszahlungen, den Kalkulationszinssatz und die Laufzeit bzw. Nutzungsdauer des Investitionsobjektes. Insbesondere bei einer Unternehmensneugründung stellt die Investitionsrechnung ein wichtiges Instrument zur zielgerichteten Mittelverwendung dar. Die Durchführung von Investitionen hat einen entscheidenden Einfluss auf die erfolgreiche Umsetzung von einem Unternehmenskonzept in langfristiger Sicht.
Der Kapitalwert findet seine Anwendung in der Investitionsrechnung und Finanzmathematik. Der Kapitalwert wird umso kleiner, je größer der Kalkulationszinsfuß gewählt wird. Als betriebswirtschaftliche Kennziffer dient der Kapitalwert als Entscheidungskriterium zwischen verschiedenen Investitionsobjekten im Rahmen der dynamischen Investitionsrechnung. Da beispielsweise die Nutzungsdauern von verschiedenen Investitionsobjekten unterschiedlich sein können, ermöglicht der Kapitalwert die Vergleichbarkeit dieser Objekte.
Tags: barwert, kapitalwert
JG 19. Oktober 2010
Die Investitionsrechnung dient der Entscheidungsfindung im Investitionsprozess über das Zugrundelegen rational rechenbare Aspekte einer Investition. Aufgabe der Investitionsrechnung ist es finanzielle Auswirkungen einer Investition zu beziffern und in die finanzielle Situation des Unternehmens einzuordnen um daraus eine Vorauswahl aus Investitionsalternativen zu ermöglichen.
Neben der Investitionsrechnung spielen weitere Faktoren eine Rolle bei der endgültigen Investitionsentscheidung. Diese Faktoren können ökonomischen, rechtlichen oder technischen Charakter aufweisen. Die Durchführung der Investitionsrechnung sollte im Rahmen der Erstellung von einem Unternehmenskonzept durchgeführt werden.
Im Rahmen der Investitionsrechnung können statische und dynamische Verfahren unterschieden werden. Merkmal der statischen Verfahren ist die Verwendung von Erfolgsgrößen aus Kosten- und Erlösrechnung nach dem Durchschnittsprinzip. Vorteilhaft gestaltet sich bei diesen Verfahren der geringe Datenerhebungs- und Rechenaufwand. Zu den statischen Verfahren zählen die Kostenvergleichsrechnung, die Gewinnvergleichsrechnung, die Rentabilitätsrechnung, die Amortisationsrechnung und die MAPI-Methode.
Die dynamischen Verfahren der Investitionsrechnung zeichnen sich durch mehrperiodische Betrachtungsweise der Wirtschaftlichkeit verschiedener Investitionsobjekte aus. Dabei erfolgt eine Gegenüberstellung der Barwerte der Überschüsse die mit den verschiedenen Investitionsobjekten realisiert werden können. Der Durchführungsaufwand ist bei diesen Verfahren hoch und erfolgt unter Verwendung mathematischer Modelle. Zu den dynamischen Modellen der Investitionsrechnung werden die Kapitalwertmethode, die Endwertmethode, die Methode des internen Zinsfußes und die Annuitätenmethode gezählt.
Tags: investitionsrechnung
JG 19. Oktober 2010
Nachfolgend werden die im August 2010 veröffentlichten Beiträge zusammenfassend dargestellt. Über Förderprogramme werden bestimmte Leistungen, bspw. in Form von Geldern, auf Antrag für bestimmte Projekte auf bestimmten Gebieten vergeben. Unterschieden werden können Förderprogramme für Hochschulen, Begabte, Klimaschutzinitiative u.a. auf nationaler Ebene und die Forschungsrahmenprogramme INTERREG, Kopernikus und Strukturfonds auf europäischer Ebene. Welche Förderprogramme zu unterscheiden sind und wie diese ausgestaltet sind kann im Beitrag “Förderprogramme” nachgelesen werden.
Eine Gelegenheitsgesellschaft stellt einen zeitlich begrenzten Zusammenschluss rechtlich und wirtschaftlich selbstständiger Unternehmen zum Zwecke der Erreichung eines bestimmten Ziels dar. Die Gelegenheitsgesellschaft ist eine Anwendungsform der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) im Sinne des §§ 705 ff BGB. Wie eine Gelegenheitsgesellschaft auszugestalten ist, beleuchtet der entsprechende Artikel.
Die Gesellschafterversammlung wird in regelmäßigen Abständen innerhalb einer Gesellschaft durchgeführt bei der alle Mitglieder ein Einflussrecht, über ihr Stimmrecht, bezüglich Entscheidungen der Gesellschaft innehaben. Welche Inhalte im Rahmen einer Gesellschafterversammlung diskutiert bzw. beschlossen werden stellt der Artikel zur Gesellschafterversammlung dar.
Der Grenzsteuersatz ist der Steuersatz, der für eine zusätzliche Einheit einer Steuerbemessungsgrundlage anfällt. Relevant ist der Grenzsteuersatz aufgrund der progressiven Einkommensbesteuerung in Deutschland. Nach dieser erfolgt nach Überschreiten eines bestimmten Steuerfreibetrags eine proportionale prozentuale Steuerbemessung zur Einkommenshöhe. Welche Folgen auf die Einkommenshöhe hat ist im Artikel zum Grenzsteuersatz nachzulesen.
Die Handwerkskammer stellt eine Körperschaft des öffentlichen Rechts dar, die selbstverwaltend für das gesamte Handwerk eines Kammerbezirks zuständig ist. Welche Aufgaben die Handwerkskammer hat stellt unser Artikel dar.