Die doppelte Buchführung als Instrument der Finanzbuchhaltung
JG 9. August 2010
Die doppelte Buchführung stellt das vorherrschende Verfahren zur Finanzbuchhaltung in der privaten Wirtschaft dar. Im Rahmen der doppelten Buchführung erfolgt die Erfassung jedes Geschäftsvorgangs in zweifacher Weise. Die doppelte Buchführung verwendet Buchungssätze über die verschiedene Geschäftsfälle auf verschiedenartige Konten verbucht bzw. doppelt erfasst werden. Jeder Geschäftsfall wird gleichzeitig im Soll und im Haben auf jeweils einem Aktiv- und Passivkonto gebucht.
Die doppelte Buchführung dient der Ermittlung des Unternehmenserfolgs auf Basis des Geschäftskonzepts durch den Eigenkapitalvergleich des aktuellen und vergangenen Jahres sowie durch die Erstellung der Gewinn- und Verlustrechnung. Im Rahmen der doppelten Buchführung erfolgt die jährliche Erstellung der Bilanz. Die Bilanz stellt eine sogenannte Waage dar auf der eine Darstellung der Vermögenswerte auf der Aktivseite und der Finanzierung des Unternehmens auf der Passivseite erfolgt. Auf der Aktivseite der Bilanz erfolgt die Darstellung der Vermögensgegenstände die über Eigenkapital und Fremdkapital finanziert sind und im Rahmen der Geschäftstätigkeit eingesetzt werden. Auf der Passivseite ist die Finanzierungsstruktur ausgewiesen. Entweder erfolgt die Finanzierung durch eigene Mittel (Eigenkapital) oder durch Schulden in Form von Fremdkapital. Der Kapitalgeber hat einen beschränkten Einfluss auf die Ausrichtung der Geschäftstätigkeit. Die Gliederung der Bilanz ist in §266 (2) und (3) HGB gesetzlich geregelt. Vorgeschrieben ist diese Bilanzgliederung nur für große und Mittelgroße Kapitalgesellschaften und bestimmte Personengesellschaften, bietet sich aber grundlegend für alle Unternehmen an.
Die Gliederung beider Seiten der Bilanz erfolgt aufsteigend nach Liquidität bzw. Fälligkeit. Die am schwersten in liquide Mittel umwandelbaren Vermögensgegenstände wie bspw. Gebäude und Grundstücke werden oben in der Bilanz ausgewiesen und die am schnellsten in liquide Mittel umwandelbaren Vermögenswerte wie bspw. Bankguthaben werden unten ausgewiesen. Auf der Passivseite werden die finanziellen Mittel nach deren Fälligkeit ebenfalls aufsteigend von langfristig zu kurzfristiger Fälligkeit ausgewiesen.